Der BDSM-Verhaltenscodex – Die zwölf Gebote des BDSM

 

  1. Alle Handlungen und Aktionen müssen stets im gegenseitigen Einvernehmen aller Beteiligten stattfinden.

 

  1. Vor Beginn jeglicher Handlungen und Aktionen werden die Rahmenbedingungen festgelegt. Alle Beteiligten sind an die vereinbarten Bedingungen gebunden.

 

  1. Der Top hat durch entsprechendes Verhalten gegenüber dem Bottom seine Vertrauenswürdigkeit unter Beweis zu stellen.

 

  1. Der Top trägt die Verantwortung für seinen Bottom, insbesondere dann, wenn letzterer sich in einer Situation der Wehr- und Hilflosigkeit befindet.

 

  1. Bei keiner der Handlungen und Aktionen darf Blut fliessen.

 

  1. Beide Partner haben sich so zu verhalten, dass keiner dauerhaft oder nachhaltig gesundheitlich beeinträchtig oder geschädigt wird. Dies gilt sowohl in physischer wie auch in psychischer Hinsicht. Insbesondere werden die Regeln des Safer-Sex strikt eingehalten.

 

  1. Beide Partner verpflichten sich, Drogen oder Substanzen mit drogenähnlicher Wirkung nur in gegenseitigem Einverständnis zu konsumieren. Der Top ist gefordert, sich beim Konsum solcher Substanzen zurückzuhalten, um seine Beobachtungs- und Urteilsfähigkeit nicht einzuschränken oder aufzuheben.

 

  1. Der Top verpflichtet sich zu keinem Zeitpunkt Forderungen an seinen Bottom zu stellen, die dieser nicht freiwillig dazu bereit ist oder die ausserhalb der Vereinbarungen und Absprachen liegen.

 

  1. Der Bottom erhält vom Top die Möglichkeit, die Handlungen und Aktionen zu unterbrechen oder zu stoppen, falls er die Grenzen seiner persönlichen Belastbarkeit erreicht. Der Top hat durch geeignete Vorkehrungen dafür Sorge zu tragen, dass dem Bottom diese Möglichkeit in jeder Situation gegeben ist.

 

  1. Praktiken, die ein erhöhtes Risiko beinhalten, kommen nur dann zum Einsatz, wenn mindestens einer der Beteiligten damit vertraut ist.

 

  1. Der Top bricht jegliche Handlungen und Aktionen ab, falls sich beim Bottom auch nur andeutungsweise Anzeichen ernsthafter körperlicher Probleme einstellen sollten.

 

  1. Die Verantwortung des Tops dauert noch über die stattgefundenen Handlungen und Aktionen hinaus an, wenn der Bottom in Situationen war, aus denen Spätfolgen resultieren können. Der Top hat sich davon zu überzeugen, dass sich beim Bottom keine negativen Auswirkungen eingestellt haben.

 

 

SM , H.-P. Neuner, Querverlag