... und das Aufgefangen werden

 

Schon an anderer Stelle habe ich über den Einsatz von Angst gesprochen als reizvolles Instrument und der Gefahr des Kippens. Doch im BDSM will ich als sklave auch meine eigenen Grenzen erfahren, immer wieder neu kennen lernen, an sie herangeführt werden durch meinen Top/Master, ja sie auch verschieben. Das verlangt sehr viel von mir ab in jenem Moment.

 

Meist stellt sich das Gefühl des Verlorenseins ein, alleine, hilflos. Ich kann nicht mehr... ganz enorm empfinde ich gerade in einem solchen Moment dann die Berührung des Top/Masters. Sei es mit nur einem Finger. Er bedeutet Rettung! Es ist die Intensität durch die Kleinigkeit und die schlagartige Umkehrung der gerade eben noch durchlebten Gefühle und nun neu exponential wirkenden Verkörperung der Wärme, Schutz, Verantwortung und Hilfe. Ich klammere mich an diesen Finger und diese Berührung. Sie beruhigen mich. Ich erfahre und spüre intensivst, der Master kümmert sich um mich seinen wertvollsten Besitz und bin unendlich dankbar dafür.

 

Auch hier drückt sich für mich die Intensität in der Kleinigkeit aus mit einer enormen Wirkung.

 

 

Ganz wichtig aber ist auch, gerade wenn ich eine Grenzerfahrung hinter mir habe aber auch nach einer fordernden Session oder auch nur als Zeichen der Anerkennung meines Tops/Masters, wenn er mit mir seinem sklaven zufrieden ist, das Aufgefangen werden in seinen Armen, die Nähe seines Körpers, seine Wärme, seine Zärtlichkeit und seinen Trost. Nur so kann ich wieder ruhig werden und die Intensität der Gefühle gedanklich, emotional und körperlich verarbeiten und zu mir selber zurückfinden. Ich wäre verloren, schockiert, würde ich dies in diesen Momenten nicht erfahren.