... und wie ich mich im BDSM bezeichne

 

Es gibt viele Bezeichnungen für den „Part“, die „Rolle“ oder eben Lebenseinstellung innerhalb des BDSM, in dem ich mich wohlfühle: wie Passive, Bottom, Sub, Devot, Maso, Sklave oder bestimmt auch noch andere… Entscheidend ist jedoch mein Standpunkt, den ich damit ausdrücken möchte und dieser ist eindeutig und nicht abwechselnd. Ich bin also kein sogenannter Switcher!

 

Ich gehöre zu den psychisch orientierten Bottoms, die in weit weniger ausgeprägtem Mass den körperlichen Schmerzreiz brauchen, als es der grösste Teil der Bottoms suchen. Ich suche vielmehr die psychische Dominanz des Gegenübers aber in seiner Natürlichkeit und keinesfalls aufgesetzt. Es ist das Bewusstsein der Unterwerfung (die sich in meiner Sprache, in meiner Gestik und insgesamt der Entwicklung im BDSM ausdrücken soll) des Ausgeliefertseins und des benutzt werden zusammen mit der Belohnungsfunktion, wenn ich das meinem Gegenüber demonstriere, welche mir einen Zustand innerer Euphorie schenken.

 

Als Bezeichnung habe ich daher für mich „sklave“ gewählt.

 

Meist werden die Begriffe Master und Sklave nur in sogenannten Rollenspielen benutzt. Wer mich besser kennt oder durch diese Zeilen kennen lernt, merkt oder weiss eben, dass es für mich über ein Rollenspiel hinaus zu einer Lebenseinstellung wurde, in der ich Kraft schöpfe, Erfüllung und vor allem zu mir selber finde und mich vollkommen gehen lassen kann.

 

Per Definition kennzeichnet „Sklave“ eine rechtlose Person, die keine eigenen Bedürfnisse haben darf, ja sich sogar in einem völligen Abhängigkeitsverhältnis und im Besitz einer anderen Person befindet.

 

Für mich bedeutet sklave zu sein am meisten als geschätzter und wertvoller Besitz betrachtet und so folglich auch behandelt zu werden. Dafür verzichte ich auch weitgehend bewusst auf Selbstbestimmung und gewissen Rechten (auch wenn das sittenwidrig ist, es geschieht freiwillig von mir).

 

Der Sklave ist aber kein willenloses Wesen, sondern vielmehr ein "Dienstleister", der das Zusammensein mit seinem Master und seine Unterwürfigkeit aktiv gestalten kann und auch soll. Somit erscheint er als sehr höfliche Person und fragt immer.

 

Klar habe ich auch Bedürfnisse und Erwartungen. Wie ich bereits schon öfters geschrieben und erwähnt habe ist Grundlage für BDSM das VERTRAUEN. Gerade hier schenke ich meinem Gegenüber dieses VERTRAUEN, dass er weiss mit dem von ihm geschätzten und für ihn wertvollen Besitz und dessen Bedürfnissen und Erwartungen umzugehen und sie zur Erreichung seiner Ziele bewusst einzusetzen. Es steht mir als sklave ja auch zu, diesbezüglich Wünsche zu äussern und Bitten meiner Rolle bewusst zu formulieren. Selbst berechtigte Kritik ist auch mir als sklave in Form einer Frage oder Bitte gestattet.

 

So noch ein Wort zum Schluss zur Sklaverei: Ganz klar ich bevorzuge das Erbringen sexueller Dienstleistungen weit aus mehr als das Rudern auf einer Galeere J.

 

Und noch eine Anmerkung zu den Bezeichnungen aktiv und passiv. Ich finde diese Rollenbezeichnungen als verwirrend und eher unbrauchbar. Denn was wäre ein Bottom der nur passiv ist schmunzel oder ein Master, der nicht passiv mal geniessen würde?